Wie man Geschichten für Kinder erfindet oder eine kleine Geschichte öffnet eine große Welt…


Eines sei vorneweggestellt: Mit phantasievollen Geschichten kann man jedes Kind in jedem Alter in seinen Bann ziehen!

Ich kenne es eigentlich nicht anders: Kinder bekommen Geschichten erzählt. In meiner Kindheit waren es die Geschichten von „Hansi und Schwanzi“. Hansi und Schwanzi , zwei Jungs, die um die Ecke gewohnt haben, die gleichen Dinge wie wir gemacht haben und oft ähnliche Probleme hatten. Die meistens irgendwie davongekommen sind und bei denen sich letztendlich alles zu ihrem Besten geklärt hat.

Sie haben noch nie von „Hansi in Schwanzi“ gehört? Noch kein einziges Buch von ihnen gelesen?

Dann sind Sie nicht allein, denn „Hansi und Schwanzi“ waren zwei Phantasiegestalten, die unsere Eltern für uns erfunden haben. Für mich sahen sie aus wie zwei aufrechtgehende Igel. Ich weiß bis heute nicht, welches Erscheinungsbild sie für meine Brüder hatten…

Unsere Eltern haben uns auch Geschichten aus Büchern vorgelesen, aber „Hansi und Schwanzi“, die direkt aus ihrer Phantasiewelt kamen, sind mir nach über 40 Jahre immer noch gut in Erinnerung.

Was ich damit sagen will: Erfinden Sie Geschichten für ihre Kinder! Vor allem die Kleinsten werden diese Geschichten lieben und schon oft habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie sich aktiv an der Geschichte beteiligen. Sie wünschen sich ein bestimmtes Thema, haben Ansprüche, was das Aussehen der Protagonisten betrifft, oder wollen den Ausgang der Geschichte in eine bestimmte Richtung lenken.

Oft höre ich Eltern sagen „das kann ich nicht, eine Geschichte erfinden.“

Für mich hört sich das mehr an wie „ich habe noch nie versucht eine Geschichte zu erfinden.“ Und genau das ist wahrscheinlich die größte Hürde vor der Sie stehen und deshalb meine Bitte an Sie: Versuchen Sie es! Die Geschichte entsteht, während Sie sie erzählen!

Wenn Sie sich jetzt fragen womit Sie anfangen sollen, eine kleine Hilfestellung:

  • Wählen Sie als allererstes die Person/das Tier/das Wesen aus, um die es hauptsächlich in der Geschichte geht
  • Überlegen Sie sich eine Situation/eine Umgebung in der sich ihre Hauptperson gerade befindet
  • Gibt es ein Problem das jetzt gelöst werden muss? Bestimmt fällt ihnen etwas ein! Vielleicht hat ihre Hauptperson ja mit denselben Problemen zu kämpfen wie Ihr Kind. Damit schaffen Sie die nötige Spannung und haben es in der Hand die Geschichte zu einem guten Ende zu führen
  • Was muss unsere Hauptperson tun, um das Problem zu lösen? Wer kann dabei helfen? Wohin muss sie gehen?

Eine so entstandene, schöne Geschichte darf gerne aufgeschrieben werden. Dies erweist sich zudem als vorteilshaft, wenn die kleine Zuhörerschaft eine Wiederholung fordert.

Wenn Sie jetzt sagen, dass ihr Kind sich nicht für Geschichten interessiert, noch eine kleine Weisheit: Ihr Kind wird sich für Geschichten interessieren, sobald Sie sich dafür interessieren. Ganz einfach.

Als ich anfing Geschichten auch bildlich darzustellen, hatte ich ganz oft Kinder mit mir am Tisch sitzen, die auch ihre Geschichten aufschrieben und Bilder dazu malten. Es ist ein wunderbares Gefühl, Kinder auf diese Weise ihren eigenen Ideen und Phantasien näher zu bringen.  Dazu muss man auch kein Maltalent sein. Kinder lieben genauso die einfache und naive Darstellung von Geschichten, vor allem wenn die Bilder von Mama oder Papa kommen.

Öfters habe ich Probedrucke meiner Geschichten an Kinder verschenkt. Eines Tages bekam ich ein wunderbares Geschenk zurück: ein Mädchen hatte ein Buch gebastelt. Darin hatte sie eine selbst erfundene Geschichte geschrieben und wunderschöne Bilder gemalt. Und ich dachte bei mir:

Eine kleine Geschichte öffnet eine große Welt…

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